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Arbeitsergebnisse 11-2017

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Kritische Würdigung der Dissertation „Zusammenhang zwischen Bestands-, Gruppengröße und Indikatoren des Tierwohls in der konventionellen Schweinemast“
von Anneke Jostes, Onno Poppinga und Anton Safer

 

Fallstudie dokumentiert schlechte und dringend verbesserungsbedürftige Haltungsbedingungen bei Mastschweinen 

Die Doktorarbeit „Zusammenhang zwischen Bestands-, Gruppengröße und Indikatoren des Tierwohls in der konventionellen Schweinemast“ von Frau Meyer-Hamme (Universität Göttingen) ist von der Fachpresse stark beachtet worden. Bedauerlicherweise wird in den bisherigen Kommentaren nur die sachlich nicht haltbare Aussage in den Vordergrund gestellt, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen der Bestandsgröße und dem Tierwohl.

Daher haben Mitarbeiter des Kasseler Institut für ländliche Entwicklung die Studie genauer unter die Lupe genommen. Sie kommen zu folgendem Ergebnis:

Mit dieser Arbeit ist zum ersten Mal die agrarpolitisch wichtige Frage untersucht worden, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen den Bestands- und Gruppengrößen in der Schweinemast einerseits und den Lebensbedingungen der Tiere ("Tierwohl") andererseits. 

Leider schränken grundlegende Fehler bei der Auswahl der Untersuchungsbetriebe den Erkenntnisgewinn der Arbeit stark ein. Während beispielsweise im Jahr 2014 die durchschnittliche Bestandsgröße in der Schweinemast in Deutschland bei 678 Tieren lag, betrug sie in den 60 Untersuchungsbetrieben 2.641 Tiere. Auch wurden ausschließlich Betriebe mit Voll- und Teilspaltenboden untersucht. 

Doch auch wenn die Untersuchung nicht repräsentativ ist für die Schweinemast in Deutschland, so ist sie doch als Fallstudie von 60 Betrieben mit durchschnittlich sehr großen Beständen bedeutsam! Denn die Untersuchungsergebnisse weisen auf durchgängig schlechte und dringend verbesserungsbedürftige Haltungsbedingungen der Mastschweine hin. Auffällig ist, dass bei zahlreichen Merkmalen die Betriebe mit den relativ kleineren Beständen besser abschneiden als die größeren.

Kontakt

Prof. Dr. Onno Poppinga
Immenhausen-Holzhausen
05673 3540
rondopopp@t-online.de

 


Antworten auf Fragen zu Arbeitsergebnisse 10/2016

Mit der Herausgabe der Arbeitsergebnisse Heft 10/2016 haben wir ein Modell für eine aktive Agrarstrukturpolitik zur Diskussion gestellt.

Wir sind erfreut darüber, dass uns eine ganze Reihe von Reaktionen erreicht hat und wir offenbar die Diskussion anstoßen konnten, an der uns gelegen ist.

Einige Fragen zeigen, dass der eine oder andere Aspekt nicht klar genug ausgeführt worden ist. Andere zeigen, dass es zu manchen Aspekten noch erheblichen Diskussionsbedarf gibt. 

Hier finden Sie Antworten auf einige dieser Fragen. (Stand 2016-10-27)

Antworten liefert auch das Interview von Frieder Thomas mit Roman Goldberger in LANDWIRT Heft 21/2016

Arbeitsergebnisse 10-2016

Konstanz, 24. August 2016

 

Preisausgleichszahlungen statt Flächenprämie: 

Kasseler Institut plädiert für eine aktive Agrarstrukturpolitik

 

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Angesichts der aktuellen Krise in der Landwirtschaft ist die Diskussion um die künftige Ausgestaltung der Agrarpolitik wieder in vollem Gange. Das Kasseler Institut für ländliche Entwicklung schlägt vor, die derzeitigen Flächenprämien durch aktive Marktpolitik und ein Instrument für Preis-Ausgleichszahlungen zu ersetzen.

Die Wissenschaftler des Instituts gehen davon aus, dass es einerseits einen breiten Konsens für eine bäuerliche Landwirtschaft in der Gesellschaft sowie erhebliche Kritik an den flächenbezogenen Direktzahlungen der sogenannten ersten Säule gibt. Andererseits sehen sie Defizite bei den Konzepten, die die Sicherung bäuerlicher Landwirtschaft allein durch die Honorierung besonderer ökologischer Leistungen und die Ausrichtung auf Qualitätsprodukte erreichen wollen: „Das sind zwar wichtige Bausteine, aber sie allein können die notwendigen Strukturen für eine nachhaltige Landwirtschaft nicht garantieren,“ so Frieder Thomas, Geschäftsführer des Instituts.

Im Zentrum des Modells steht die Berechnung von Erzeugungskosten für landwirtschaftliche Produkte für bestimmte Betriebstypen in konkreten Regionen. Diese Kosten werden ins Verhältnis gesetzt zu den erzielbaren Erzeugerpreisen. Wenn sich die Preis-Kosten-Schere in einzelnen Sektoren öffnet und das Verhältnis von Erzeugungskosten zu Erzeugerpreisen eine bestimmte – und in der politischen Diskussion noch zu bestimmende – Größenordnung unterschreitet, werden Preisausgleichszahlungen fällig. 

Thomas benennt einige Vorteile dieses Konzepts: „Zunächst plädieren wir ja dafür, dass ein funktionierender Markt und politische Maßnahmen für ein Marktgleichgewicht mit angemessenen Preisen sorgen. Das ist notwendig, denn sonst wird unser Modell kostspielig. Der Markt alleine wird es jedoch nicht richten. Um eine bäuerlich-mittelständische Landwirtschaft zu erhalten, brauchen wir zusätzlich ein agrarstrukturelles Förderprogramm. Mit unserem Modell wenden wir uns ab von der ungezielten Flächenförderung nach dem Gießkannenprinzip, schaffen Raum für das Wirken marktwirtschaftlicher Mechanismen, entschärfen aber gleichzeitig auch den auf landwirtschaftlichen Betrieben lastenden Wachstumsdruck, der ein wesentlicher Grund ist für eine fortwährende Konzentration bei den Betrieben und für erhebliche Kollateralschäden bei Umwelt, Klima, Biodiversität oder Tierschutz.“ 

Ursache für diesen Druck sei unter anderem ein eklatantes Marktversagen in nahezu allen Bereichen der Landwirtschaft. „Solange das der Fall ist“, so der Vorsitzende des Institutsvorstands Onno Poppinga ,,sind staatliche Regulierungen auf den Märkten sowie politische Maßnahmen zur Gestaltung der Agrarstruktur und zur Sicherung landwirtschaftlicher Einkommen zwingend erforderlich.“

Die Wissenschaftler vom Kasseler Institut gehen davon aus, dass der bürokratische Aufwand gering wäre: „Die wesentlichen Daten zu verschiedenen Betriebstypen liegen vor.  Sie beziehen sich auf unterschiedliche Produktionsschwerpunkte (Milch, Fleisch, Getreide u.am.), auf Betriebsgrößen und auf verschieden europäische Regionen. Sie sind repräsentativ und werden ohnehin jährlich von den EU-Ländern abgerufen und von der EU verarbeitet. Die EU-Kom­mission nutzt die Daten bereits jetzt zur Errechnung von Gewinnmargen in einzelnen Sektoren,“ so Karin Jürgens, die derzeit an Modellen zur Kostenermittlung im Milchsektor arbeitet. 

Das Modell des Kasseler Instituts ist nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet: „Das war nicht unser Ziel,“ sagt Geschäftsführer Frieder Thomas: „Erst wenn wir den Eindruck haben, dass das Grundprinzip politische Unterstützung findet, ist es sinnvoll, Zeit in die Weiterentwicklung  zu investieren. Aber genau deshalb gehen wir jetzt an die Öffentlichkeit und hoffen auf eine spannende agrarpolitische Diskussion.“

 

Kontakt

Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V.
 Projektbüro Konstanz
Dr. Frieder Thomas
Marktstätte 26
78462 Konstanz
Tel 07531 28 29 39-1
Mobil 0151 62511652
thomas@kasseler-institut.org

 

 

 


Arbeitsergebnisse 09-2016

Kritik am Text „Wiedereinführung der Milchquote kein sinnvolles Instrument der Agrarpolitik“ 

der Agrarökonomie-Professoren/innen Brümmer, Cramon-Taubadel, Mußhoff, Qaim, Spiller, Theuvsen, Odening, Hüttel, Uehleke 

von Prof. Dr. Onno Poppinga (Holzhausen)

Juni 2016


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Kontakt 
 Prof. Dr. Onno Poppinga
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 05673 3540
 rondopopp@t-online.de

 

 

 


Arbeitsergebnisse 08-2016

Wirtschaftlichkeit einer Milchviehfütterung ohne bzw. mit wenig Kraftfutter

Karin Jürgens, Onno Poppinga und Urs Sperling


Leitet Herunterladen der Datei einEndbericht, Langfassung. 87 Seiten

 

 

 

 

 

Tagung: Wirtschaftlichkeit einer Milchviehhaltung ohne bzw. mit wenig Kraftfutter

Dokumentation der Tagung am 12. und 13. Februar 2016 in Aulendorf

 

Tagungsflyer

 

Eine grundfutterbetonte und damit weitgehend artgerechte Fütterung wirkt sich positiv auf die Tiergesundheit aus. 

Aber ist eine solche Milchviehhaltung, bei der ohne bzw. mit wenig Kraftfutter gearbeitet wird, auch wirtschaftlich?

Diese Frage steht im Vordergrund der Tagung. 

Landwirte stellen ihre sehr unterschiedlich strukturierten Milchviehbetriebe vor, denen aber eine grundfutterorientierte Fütterung ohne bzw. mit wenig Kraftfutter gemeinsam ist. 

Agrarwissenschaftler/-innen stellen Untersuchungsergebnisse vor, die aus unterschiedlicher Fachperspektive den Vergleich dieser alternativen Fütterungsweise mit einer kraftfutterbasierten, auf hohen Einzeltierleistungen ausgerichteten Milchviehhaltung ermöglichen.

Durch die Auswahl der Beiträge sollen Möglichkeiten sichtbar werden, wie die Nachteile einer Milchviehhaltung mit wenig bzw. ohne Kraftfutter (z.B. niedrigere Milchleistung oder geringer Viehbesatz auf der Futterfläche) durch wirtschaftliche Vorteile (Kostensenkung, vereinfachte Arbeitsabläufe) ausgeglichen werden können. 

Neben der Wirtschaftlichkeit werden auch die Motive von Landwirten, sich für eine Milchviehhaltung ohne oder mit Kraftfutter zu entscheiden, thematisiert.

In einem weiteren Beitrag wird über Zusammenhänge zwischen grundfutterorientierter Fütterung und der Milchqualität informiert.

Erfahrungsberichte aus Frankreich, Österreich und der Schweiz geben schließlich den Raum, die kraftfutterreduzierte Milcherzeugung unter national unterschiedlichen wirtschaftlichen und agrarpolitischen Bedingungen zu diskutieren.

 

 

Vorträge und Betriebsvorstellungen

 

Leitet Herunterladen der Datei einMilchviehhaltung auf dem Breitwiesenhof 

Urs Sperling, Landwirtschaft & Forschung, Breitwiesenhof in Ühlingen

 

Leitet Herunterladen der Datei einWeniger Kraftfutter, mehr Erfolg. Entwicklung von Betrieben in Baden-Württemberg

Uwe Eilers, Referat Rinderhaltungssysteme, Landwirtschaftliches Zentrum Aulendorf

 

Milchviehhaltung auf dem Antonihof 

Leitet Herunterladen der Datei einChristoph Trütken, Landwirt in Bad Dürrheim

 

Leitet Herunterladen der Datei einWirtschaftlichkeit einer Milchviehhaltung ohne bzw. mit wenig Kraftfutter in Deutschland – Abschlussbericht

Karin Jürgens, Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft, BAL und Onno Poppinga, Kasseler Institut für ländliche Entwicklung

 

Leitet Herunterladen der Datei einMilchviehhaltung auf einem reinen Grünlandbetrieb

Alfred Biggel, Landwirt in Wangen

 

Leitet Herunterladen der Datei einSystemvergleich Milchproduktion Hohenrain

Christian Gazzarin, Agroscope, Tänikon, Schweiz

 

Leitet Herunterladen der Datei einBeurteilung der sozioökonomischen Leistungen von grünlandbasierten Milchrinderhaltungssystemen im Westen Frankreichs

Joel Restif und Romain Dieulot von der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (RAD) in Frankreich

 

Leitet Herunterladen der Datei einMilchleistung, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit. Situation auf Bio-Betrieben ohne Kraftfuttereinsatz in Österreich, sowie Erfahrungsbericht Betrieb Ertl

Paul Ertl, Landwirt in Spittal und Institut für Nutztierwissenschaft, Universität für Bodenkultur, Wien

 

Leitet Herunterladen der Datei einZusammenhänge zwischen grundfutterbetonter Milchviehfütterung und Qualität der Milch

Daniel Weiß, Freising

 

Leitet Herunterladen der Datei einKraftfutterminimierte Milchviehfütterung - Resultate zur Entwicklung von Kraftfuttereinsatz, Milchleistung und Tiergesundheit in 3 Jahren Feed no Food Projekt in der Schweiz

Silvia Ivemeyer, Universität Kassel, FG Nutztierethologie und Tierhaltung

 

 

weitere Literatur

 

 

Der kritische Agrarbericht 2016
Karin Jürgens, Onno Poppinga und Urs Sperling 
Leitet Herunterladen der Datei einGute Milch aus einem Grashalm
Hintergründe und Erfahrungen zur Milchviehfütterung ohne oder nur mit wenig Kraftfutter 

 

Der kritische Agrarbericht 2016
Jan Douwe van der Ploeg
Gute Grünlanderträge mit weniger Stickstoff
Oder warum die Agrarforschung eine von Bauern entwickelte Neuerung nicht entdecken konnte 

 

Der kritische Agrarbericht 2015
Karin Jürgens, Onno Poppinga und Urs Sperling
Leitet Herunterladen der Datei einEs geht auch ohne
Wirtschaftlichkeit einer kraftfutterfreien Milchviehhaltung in Deutschland - erste Zwischenbilanz eines neuen Forschungsprojekts 

 

Der kritische Agrarbericht 2013
Uwe Eilers
Leitet Herunterladen der Datei einWeniger Kraftfutter, mehr Erfolg. Milch ökologisch und mit wenig Kraftfutter zu erzeugen bietet vielerlei Vorteile

 

 

 

 

 

Förderprogramme für eine grundfutterbetonte Milchviehhaltung?

 

In Baden-Württemberg hat eine Arbeitsgruppe Überlegungen für ein Förderprogramm zu einer kraftfutterfreien bzw. –armen Milchviehfütterung in der 2. Säule angestellt. Einerseits zur Marktentlastung bei Milch, andererseits als Beitrag zum Umbau der intensiven Tierhaltung.

 

Überlegungen zu einem Marktentlastungsprogramm Milch in der 2. Säule 

Leitet Herunterladen der Datei ein(„Milch-MEKA“)

 

Bei der Tagung in Aulendorf stellte sich heraus, dass es solch ein Programm in der Schweiz bereits gibt.

Leitet Herunterladen der Datei einFactsheet Produktionssystem-Beiträge: Graslandbasierte Milch und Fleischproduktion