Existenzgründungen in der Landwirtschaft – Hofnachfolge außerhalb der Erbfolge

Laufzeit: 2004 - 2005

 

Das Projekt beschäftigt sich mit Betriebsneugründungen in der Landwirtschaft und mit der Hofübergabe außerhalb der Erbfolge.

Die wesentlichen Aufgaben des Projekts sind:

  • Beschreibung der Relevanz des Themas
  • Situationsbeschreibung: Typologien
  • Situationsbeschreibung: Probleme bei Neugründungen und Übergabeprozessen
  • Benennen von Problemlösungen

 

Beschreibung der Relevanz des Themas

Das Projekt ist aufgefordert, die Relevanz des Themas zu benennen: Wie häufig kommen Hofübergaben außerhalb der Erbfolge vor? (Quantitative Bedeutung).

Politische Aktivitäten des Auftraggebers lassen sich nur mit Handlungsbedarf begründen. Es stellt sich die Frage, ob und warum Hofübergaben außerhalb der Erbfolge durch politisches Handeln erleichtert werden sollten (qualitative Bedeutung): Sind Hofneugründungen nötig? Sind sie sinnvoll?

Als Andeutung nur drei von zahlreichen Hypothesen, die im Projekt genauer geklärt werden sollen:

  • Neugründer tragen innovative Ideen in die Landwirtschaft hinein.
  • Fehlende Hofnachfolge trifft auch wirtschaftlich gut dastehende Betriebe. Deren Auslaufen führt zur Vernichtung von Werten (z.B. Stallbauten).
  • Die Hofübergabe innerhalb der Familie wird aus verschiedensten Gründen an Bedeutung verlieren. In den neuen Bundesländern ist aufgrund der anderen historischen Entwicklung das Vererben eines landwirtschaftlichen Betriebs von wesentlich geringerer Bedeutung als in den westlichen Bundesländern. Perspektiven für geeignete Übergabeformen sind zu entwickeln.

 

Situationsbeschreibung: Typologien und Akteure

Typologien:

Mit der Analyse bereits bestehender Neugründungen wird eine Typologie von Existenzneugründern erstellt:

  • Wer sind diejenigen, die neu einsteigen; welche Ausbildung haben sie (Landwirte von andernorts, Städter, Agrarstudenten, Betriebshelfer, Quereinsteiger, Bauernkinder die den Hof dem Bruder/Schwester überlassen mussten, Industrielle die sich Kindheitsträume erfüllen wollen etc.)?
  • Welche Ziele haben Neugründer (ist das ein Phänomen im Bereich des ökologischen Landbaus – „Aussteiger“ oder auch in der konventionellen Landwirtschaft?)
  • Welche Struktur haben neue Betriebe? Was bauen sie an? Sind es Familienbetriebe, Hofgemeinschaften, gemeinnützige Vereine oder Aktiengesellschaften?
  • Wo finden Neugründungen statt: Eher in strukturschwachen Gebieten (wo die Höfe leicht zu bekommen sind) oder in der Nähe von Ballungsräumen (wo man Direktvermarktung betreiben kann).
  • Die „Abgeber“: Was sind das für Leute, die den Hof als Ganzes abgeben wollen?
  • etc.

Die Akteure:

Am Übergabeprozess sind viele Personen und Institutionen beteiligt. Wer sind sie und welche Aufgaben können Sie bei einem sich wandelnden Übergabeprozess in Zukunft bekommen: Abgebende, Suchende, Makler, Landgesellschaften, Hofbörsen, private und öffentliche Beratungsinstitutionen, Banken und andere Finanzgeber, Stiftungen etc.?

 

Schwierigkeiten des Übergabeprozesses

Der Übergabeprozess außerhalb der Erbfolge oder die Neustrukturierung landwirtschaftlicher Betriebe werden von Schwierigkeiten begleitet, die sich in unterschiedlichsten Bereichen ergeben können: Wahl der Rechtsformen; Steuergesetzgebung; Grundstücksverkehrsgesetz; Finanzierungsfragen; Alterversorgung der Abgebenden; Nicht-loslassen-können der Abgebenden u.v.a.m.

Das Projekt soll die vorhandenen Schwierigkeiten identifizieren.

 

Problemlösungen

Für die identifizierten Probleme soll das Projekt Problemlösungen vorschlagen; insbesondere Lösungen, die vom Auftraggeber realisiert werden können: Novellierung von Gesetzen; spezielle Ausrichtung von Förderprogrammen; gezielte Ausgestaltung des Beratungswesens (Hofbörsen); staatliche Ausfallbürgschaften bei der Kreditvergabe u.a.m.